Die Jahresrechnung 2025 schliesst anstelle des budgetierten Aufwandüberschusses von 934 800 Franken mit einem deutlichen Aufwandüberschuss von rund 3.10 Mio. Franken ab. Dieses markant schlechtere Ergebnis ist in erster Linie auf die erneut massiv gestiegenen Restkosten im Pflegebereich sowie auf tiefere Steuererträge bei den Unternehmenssteuern zurückzuführen. Positive Entwicklungen auf der Ausgabenseite wurden durch die substanziellen Kostensteigerungen deutlich in den Hintergrund gedrängt. Die spezialfinanzierten Betriebe Wasserwerk und Abfallwirtschaft präsentieren erwartungsgemäss stabile Gewinne, währenddem die Abwasserbeseitigung einen geplanten Aufwandüberschuss realisiert. Die Ortsbürgergemeinde schliesst zwar tiefer ab als im Vorjahr, weist jedoch weiterhin ein stabiles und erfreuliches Jahresergebnis aus.
Der Steuerabschluss, der traditionell die Grundlage für das Gesamtergebnis bildet, fällt insgesamt negativ aus und erreicht die Budgetziele um 1 Mio. Franken nicht. Hauptverantwortlich sind erneut deutliche Mindereinnahmen bei den juristischen Personen von rund 1.22 Mio. Franken. Nach einem starken Rückgang in den vergangenen Jahren ist der Ertrag erneut massiv eingebrochen und liegt nun noch bei 0.73 Mio. Franken, nachdem im Jahr 2018 noch 3.76 Mio. Franken eingenommen wurden. Alleine seit 2022 haben sich die Einnahmen etwa halbiert. Ein derart starker Rückgang kann durch die restli-chen Steuern nicht kompensiert werden, wodurch der finanzielle Handlungsspielraum der Gemeinde weiter eingeschränkt wird. Teilweise konnte der erneute Einbruch des Ertrages durch überdurchschnittliche Einnahmen bei anderen Steuern abgefedert werden. Erfreulich ist, dass die auf eigenen Prognosen basierenden Steuereinnahmen der natürlichen Personen mit einer marginalen Gesamtabweichung von 0.2 % nahezu einer Punktlandung gleichkommen.
Optimalerweise können geringe Schwankungen bei der Aufwand- oder Ertragsseite untereinander kompensiert werden. Obwohl sich auf der Ausgabenseite in vielen Bereichen grundsätzlich positive Entwicklungen zeigen, wird das Gesamtergebnis durch eine erhebliche Kostensteigerung belastet. Die Aufwendungen für die Pflegefinanzierung durchbrechen insgesamt erstmals die 2.0 Mio. Marke, insgesamt 2.3 Mio. Franken, was einer Budgetabweichung von 950 000 Franken entspricht. Diese seit Jahren anhaltende, jährliche wiederkehrende massive Kostensteigerung ist für die Gemeinde in diesem Ausmass nicht mehr trag- und kompensierbar. Die Verantwortung für diese Kosten liegt aus Sicht des Gemeinderats alleinig beim Kanton. Hierzu hat der Gemeinderat bereits im Rahmen der Anhörung zum Finanz- und Lastenausgleich klar Stellung bezogen, zumal es sich nicht nur um eine angespannte Situation für Buchs handelt, sondern vielmehr für alle Aargauer Gemeinden.
Starke Investitionen und solide Entwicklung
Insgesamt betragen die Nettoinvestitionen 2.3 Mio. Franken, was einem Realisierungswert von 64 % entspricht. Insbesondere der Ausbau des zweiten Verwaltungsstandortes sowie der Systembau als Übergangslösung für Primarschule und Kindergarten Gysimatte mit Ausgaben von insgesamt 1.54 Mio. Franken zeigen sich für das Gesamtvolumen verantwortlich. Nebst diesen grösseren Investitionen wurde die Beleuchtung im Gemeindehaus auf LED umgerüstet, die Gebäudeverkabelung des Ge-meindehauses erneuert, das bisherige Heizsystem der Abdankungshalle durch eine Wärmepumpe ersetzt und der Gemeindesaal mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Weitere 409 000 Franken entfielen auf dekretsmässige Beiträge im Bereich Sanierungen und Neugestaltungen von Kantons-strassen, gefolgt von rund 23 000 Franken zu Gunsten diverser Gemeindestrassenprojekte.
Der Gemeinderat ist über das Ergebnis der Jahresrechnung 2025 nicht erfreut, stellt jedoch gleichzeitig fest, dass die Ursachen dafür hauptsächlich in nicht beeinflussbaren Faktoren zu finden sind. Insbesondere die Entwicklung bei der Pflegefinanzierung wird einmal mehr konsterniert zur Kenntnis genommen. Hierzu sind jedoch die politischen Vorstösse und Entscheidungen abzuwarten. Weiterhin unerfreulich ist das tiefe Niveau der Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen. Auch hierzu hat der Gemeinderat nur beschränkte Möglichkeiten aktiv zu werden, was er auch tut. Das Gesamtergeb-nis der Jahresrechnung 2025 wird in die bereits vor der Tür stehende Budgetplanung 2027 miteinfliessen.
Konstante Ergebnisse der Spezialfinanzierungen
Das Wasserwerk schliesst mit einem deutlich höheren Ertragsüberschuss von rund 442 800 Franken ab, gegenüber 316 100 Franken im Budget sowie 389 600 Franken im Vorjahr. Dieses erneut sehr erfreuliche Ergebnis wird insbesondere durch die positive Entwicklung auf der Ausgabenseite beein-flusst. Die Einnahmen präsentierten sich stabil, liegen jedoch leicht unter dem Budget und dem Vorjahreswert. Aufwandseitig führten insbesondere geringere Unterhaltskosten an den betriebsrelevanten Anlagen zu einer Entlastung.
Das Gesamtergebnis der Abwasserbeseitigung weist erwartungsgemäss einen Aufwandüberschuss aus. Trotz tieferer Erträge als budgetiert, fällt das Gesamtergebnis nur geringfügig schlechter aus als vorgesehen. Anstelle des budgetierten Aufwandüberschusses von 264 700 Franken resultiert ein solcher von rund 276 000 Franken. Insbesondere der um 84 300 Franken tiefere Beitrag an den Abwas-serverband entlastet das Gesamtergebnis deutlich.
Die Spezialfinanzierung Abfallwirtschaft profitiert positiv durch die günstige Kostenentwicklung bei den vom Bauamt bezogenen Abfuhrdienstleistungen. Das Gesamtergebnis schliesst um rund 44 000 Franken besser ab als budgetiert. Es resultiert ein Ertragsüberschuss von rund 164 000 Franken.
Ortsbürgergemeinde
Die Ortsbürgergemeinde blickt insgesamt auf ein positives und finanziell erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, welches mit einem Ertragsüberschuss abgeschlossen werden konnte. Der Ertragsüberschuss fällt jedoch tiefer aus als budgetiert. Anstelle des budgetierten Überschusses von 209 700 Franken resultiert ein etwas geringerer Überschuss von 106 200 Franken. Diese Abweichung ist ins-besondere auf die höheren Unterhaltskosten zugunsten des Gewerbeparks Steinachermattweg zurückzuführen. Im Rahmen des Umbaus des Gewerbeparks zum zweiten Verwaltungsstandort der Einwohnergemeinde wurde nebst der Grundinstallation der Elektroinstallationen auch weitere eigentümerseitige bauliche Massnahmen umgesetzt, sodass die betrieblichen Bedürfnisse der Mieterschaft erfüllt werden konnten. Sämtliche übrigen Ausgabenpositionen bewegen sich im Rahmen der Budgetprogno-sen. Darunter fällt auch der Beitrag von 140 000 Franken zugunsten der Durchführung des Jugend-fests 2025.